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Umgang mit der Wahrheit - die Kennedy-Mordakten

Vor Kurzem brachte die MOZ einen Artikel zur beabsichtigten Veröffentlichung der Akten über den John F. Kennedy-Mord. Er nährte tendenziell, gewollt oder ungewollt, die wohl gewünschte These, die eigentlichen Drahtzieher wären die Russen und Kubaner gewesen. Dies motivierte mich, einen Leserbrief zu schreiben. Ich glaubte nicht, dass er publiziert werde, doch man tat es, nur in einer gekürzten Form, die die Aussagekraft des Beitrags doch sehr schmälert. Meine Ausführungen basieren v.a.  auf den Ausführungen von David Talbot aus dessen Buch „Das Schachbrett des Teufels". Es zu lesen ist ein MUSS für diejenigen, die begreifen möchten, wie heutzutage Politik gemacht wird.

MOZ-Artikel „Was in Dallas wirklich geschah" von Peter DeThiel, veröffentlicht am 27.10.2017 auf S. 3

Leserbrief
Dietmar Barkusky, Müncheberg

Als ich in der Freitagausgabe der MOZ las, die Kennedy-Akten würden nun veröffentlicht, sagte ich mir: Wer es glaubt, wird selig. Noch am gleichen Abend verkündete die ARD in der abendlichen Tagesschau, dass eben doch nicht alles zugänglich sein würde. Wen wundert es? Wissen ist Macht, und wer das Wissen hat, gibt dieses nur soweit Preis, wie es ihm nützt. So scheint es auch in diesem Fall zu sein.
Zwar wird in dem MOZ-Artikel darüber berichtet, dass CIA und FBI mit einer vollständigen Veröffentlichung der Kennedy-Akten wegen schlampiger Ermittlungen eventuell in Verruf geraten würden (was ja noch verkraftbar wäre) und eine Kompromittieren der nationalen Sicherheit befürchtet werden könnte. Das zuletzt Genannte lässt doch aufhorchen. Der MOZ-Artikel geht dem leider nicht weiter nach. Er vermittelt (zumindest bei mir) den Eindruck, als würde die Richtung der Verdächtigungen bezüglich der Ermordung von Präsident John F. Kennedy weiter vorgegeben: Die eigentlichen Drahtzieher des Attentats auf den US-Präsidenten waren die Sowjets und die Kubaner. So wird als Tatsache berichtet, der vermeintliche Todesschütze Oswald, der, nebenbei gesagt, ein schlechter Schütze gewesen sein soll, habe sich kurz vor dem Attentat in Mexiko mit russischen und kubanischen Geheimdienstlern getroffen. Einem Artikel der Sonnabendausgabe einer anderen Tageszeitung zufolge kommt diese Information vom CIA. Wie glaubwürdig aber ist der CIA in dieser Angelegenheit?
Seinerzeit setzte CIA-Chef Allen Dulles alles daran, Präsident John F. Kennedy zu einer Invasion auf Kuba zu drängen. Dieser weigerte sich vehement, dem politischen Druck nachzugeben und dieser Empfehlung zu folgen. Ja er setzte den CIA-Chef später sogar ab. Zu tief waren die außen- wie innenpolitischen Gegensätze zwischen den Dulles-Brüdern, der eine CIA-Chef und der andere US-Außenminister, und dem US-Präsidenten. John F. Kennedy war ein Vertreter des vom einstigen US-Präsident F.D. Roosevelt propagierten New Deal, einer Wirtschafts- und Sozialpolitik, die dem CIA-Chef und Gleichgesinnten des US-Establishments zutiefst widerstrebte.
Nach dem Tod von John F. Kennedy setzte Ex-CIA-Chef Allen Dulles alles daran, den Vorsitz der Untersuchungskommission zur Klärung der Umstände der Ermordung des Präsidenten zu übernehmen. Und er schaffte es. Wenige Zeit nach dem Attentat wurde im Übrigen auch US-Innenminister Robert Kennedy, der Bruder des ermordeten Präsidenten, Opfer eines Verbrechens. Dieser setzte alles daran, den Tod seines Bruders John aufzuklären und wurde vor allem gefährlich, nachdem er seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gab und seine Chancen aussichtsreich waren. Ein Verwirrter habe ihn schließlich getötet, so heißt es offiziell.
Oswald, der John F. Kennedy ermordet haben soll, kehrte wenige Zeit vor dem Attentat auf den Präsidenten nach zweijährigem Aufenthalt in der Sowjetunion in der tiefsten Phase des Kalten Krieges in seine Heimat zurück. Er wurde nicht, wie man annehmen sollte, vom CIA in die Mangel genommen, um ihn auszuquetschen, ihn als sowjetischen Spion zu enttarnen. Er erhielt bei der Einreise in die USA vom US-Außenministerium sogar ein Startkapital. Der CIA behielt Oswald u.a. über persönliche Kontakte unter Kontrolle. Oswalds russische Frau Marina, die ihm in die USA folgte, äußerte sich später, ihr Mann hätte sich wohl mit den Mächtigen eingelassen, ohne zu durchschauen, worum es eigentlich wirklich ging. Oswald war auch kein Kennedy-Hasser, ja er schätzte dessen politischen Ansichten sogar.
Schließlich gibt es durchaus ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass John F. Kennedy eben nicht Opfer eines Einzeltäters namens Oswald war, wie es in der offiziellen Geschichtsschreibung verkündet wird. Die Bücher des investigativen US-Journalisten David Talbot „Das Schachbrett des Teufels“ und das des einstigen israelischen Geheimdienstlers Viktor Ostrowski „Der Mossad“ sind in Bezug auf die Kennedy-Ermordung sehr aufschlussreich und daher empfehlenswert für kritische Zeitgeister.